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Neue Arbeitswelten im Bestand – Sanierung eines Verwaltungsgebäudes für den Münsteraner Verkehrsbetrieb

  • Arbeitswelten
  • Leitwarten
  • Bauen im Bestand
  • Nachhaltigkeit
  • Ergonomie
  • Barrierefreiheit + Inklusion
  • Partizipation

Wie kann man aus einer kleinteiligen, abgeschlossenen Bürolandschaft eine offene, helle und kommunikative Arbeitsumgebung schaffen und dabei die konstruktiven Qualitäten des Bestands nutzen?

Mit dieser Fragestellung wurde das Verwaltungsgebäude des Verkehrsbetriebs der Stadtwerke Münster umfassend saniert und an aktuelle Anforderungen angepasst. Vorangegangen ist dem Planungsprozess eine intensive Machbarkeitsstudie, in der verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten untersucht wurden. Auf dieser Grundlage entschieden sich die Stadtwerke dafür, den Bestand aus dem Jahr 1971 zu erhalten, um die vorhandene Tragstruktur zu nutzen, und die vorhandene Fläche so umzustrukturieren, dass zusätzliche und zeitgemäße Arbeitsplätze entstehen.

Bauaufgabe
Sanierung eines Verwaltungsgebäudes
Standort
Münster
Auftraggeber
Stadtwerke Münster
Gröẞe
1.710 m² BGF
Leistungsphasen
1–8
Fertigstellung
2026

Im Mittelpunkt stand die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, eine höhere Flexibilität der Nutzung sowie die Aufwertung und Neuorganisation des Leitstands.

Ein zentrales Element des Konzepts ist die Einführung von Desksharing für einen Großteil der Mitarbeitenden. Für 43 Beschäftigte stehen 38 Arbeitsplätze zur Verfügung, die über ein flexibles Buchungssystem organisiert werden. Persönliche Spinde mit Postfächern wurden in die Flurgestaltung integriert und sind Teil des Gestaltungskonzepts. Dadurch wird die vorhandene Fläche effizient genutzt und eine aufgeräumte Arbeitsumgebung unterstützt.

Durch die Neuorganisation der Büroflächen entstanden offene Kommunikationsbereiche, multifunktionale Treffpunkte sowie zeitgemäße Arbeitswelten mit hoher Aufenthaltsqualität. Verglasungen, integrierte Sitzgelegenheiten und die Öffnung ausgewählter Bereiche schaffen mehr Tageslicht, Sichtbeziehungen und zusätzliche Möglichkeiten für Austausch und Zusammenarbeit.

Ein einheitliches Gestaltungs- und Farbkonzept verbindet die unterschiedlichen Arbeitsbereiche zu einer gestalterischen Einheit. Raumhohe Türen, abgestimmte Möbelelemente, lose Möblierung und Textilien unterstützen den ruhigen Gesamteindruck.

Auch die Arbeitsbedingungen wurden gezielt verbessert. Akustikelemente, dimmbare Beleuchtung, zusätzliche Stehleuchten und höhenverstellbare Schreibtische unterstützen unterschiedliche Arbeitsweisen. Für den Leitstand wurden bestehende Büroeinheiten eines Anbaus aus dem Jahr 2013 umgebaut und für den 24-Stunden-Betrieb optimiert. Neue Akustikwände, verbesserte Lichtverhältnisse, zusätzliche Stauraummöglichkeiten und ergonomische Leitstellentische schaffen eine zeitgemäße Arbeitsumgebung.

Das Working Cafe und der offene Kommunikationsbereich im Erdgeschoss sind zugleich Treffpunkt und Orte für flexibles Arbeiten. Wie auch alle anderen Meetingbereiche sind sie für das mobile Arbeiten ausgerüstet – mit höhenverstellbaren Tischen und Anschlüssen für Laptops.

Der Umbau zeigt, wie sich vorhandene Gebäude mit einer präzisen Neuorganisation an veränderte Anforderungen anpassen lassen. Nicht der vollständige Ersatz, sondern das Weiterbauen im Bestand stand im Mittelpunkt – mit einer Arbeitsumgebung, die Offenheit, Flexibilität und langfristige Nutzbarkeit miteinander verbindet.

Fotos: Meike Hansen, Archimage